Wirkungsprinzip

Das Wirkungsprinzip von Endoform® – Natürliche, regenerative Heilung durch extrazelluläre Matrix

Endoform® Natural ist eine sterile, einmalig anzuwendende Wundauflage auf Basis einer intakten extrazellulären Matrix (EZM) aus oviner Vormagenmatrix. Endoform kann als Hautersatz verwendet werden, bildet schnell neues Gewebe und kann für Spalthaut-Entnahmestellen verwendet werden.

EZM / biologisches Gerüst Granulation Epithelisierung Hautersatz Chronische Wunden Spalthaut-Entnahmestelle
Extrazelluläre Matrix / Netzwerk

Zellmigration & Struktur

Die EZM stellt ein natürliches Gerüst bereit, das Orientierung für die Besiedelung des Wundbetts geben kann und die Bildung von Granulationsgewebe unterstützt.

Gefäßbildung (Angiogenese)

Ein stabiles lokales Milieu unterstützt regenerative Prozesse – einschließlich der Neubildung von Gefäßen als Teil der physiologischen Wundheilung.

Proteaseaktivität & Wundmilieu

Endoform® adressiert Entzündungsprozesse chronischer, schwer heilender Wunden über eine breit gefächerte Modulation von Wundproteasen und unterstützt damit ein heilungsförderndes Wundmilieu.

Was ist die extrazelluläre Matrix (EZM)?

Die EZM ist ein komplexes Netzwerk aus Struktur- und Signalbestandteilen, das Zellen im Körper umgibt. Endoform® Natural bewahrt diese natürliche Architektur und enthält neben Kollagen auch weitere assoziierte Makromoleküle (z. B. Elastin, Fibronectin, Glykosaminoglykane und Laminin).

  • Zellinfiltration und Gewebeaufbau: bietet ein „Gerüst“ für körpereigene Zellen.
  • Unterstützung der Heilungsdynamik: fördert Granulation und Epithelisierung im Verlauf.
  • Regulation des Milieus: adressiert proteolytische Aktivität als Faktor bei chronischen Wunden.
Mikroskop / EZM-Struktur

Wie Endoform® in der Wundheilung wirkt

Endoform® Natural wird trocken appliziert und bei Kontakt mit Wundexsudat oder steriler NaCl-Lösung rehydriert. Dadurch kann sich die Auflage als weiches, anpassungsfähiges Gewebe an das Wundbett anlegen und im Verlauf in die Wunde integriert werden.

  • Dient als natürliches Gerüst zur Unterstützung von Granulation und Epithelisierung.
  • Unterstützt ein feuchtes Wundmilieu (Abdeckung/Schutz) im Rahmen eines strukturierten Versorgungsplans.
  • Kann – je nach Indikation und Standard of Care – mit Sekundärverbänden, Kompression oder NPWT kombiniert werden.
Entzündungsphase
Proliferationsphase
Reifungsphase
Wundheilungsphasen Grafik

Kurzprotokoll (IFU-orientiert) – Anwendung im Überblick

Die konkrete Versorgung richtet sich nach Wundtyp, Exsudat, lokalen Standards und klinischem Protokoll. Nachfolgend ein kompakter Orientierungsablauf für die Praxis.

1
Vorbereitung

Wunde reinigen, ggf. Debridement; Periwundhaut schützen und Blutung kontrollieren.

2
Auflage platzieren

Endoform® trocken zuschneiden und leicht überlappend auf das Wundbett applizieren.

3
Rehydrieren

Mit Wundexsudat oder steriler NaCl-Lösung benetzen, bis die Auflage weich anliegt.

4
Abdecken & Verlauf

Geeigneten Sekundärverband wählen; Wechsel gemäß Exsudat/Verlauf und klinischer Einschätzung.

Wissenschaftlich validierte Technologie

Die EZM-Technologie ist in der modernen Wundversorgung etabliert. Klinische und versorgungsnahe Daten stützen den Einsatz in chronischen und komplexen Wunden – als Bestandteil eines strukturierten Wundmanagements inklusive Exsudat-, Infektions- und Ursachenmanagement.

  • Unterstützung chronischer Wunden durch ein biologisches Gerüst (Granulation/Epithelisierung).
  • Adressierung zugrunde liegender Entzündung über breit gefächerte Protease-Modulation.
  • Integration in bestehende Standard-of-Care-Protokolle (Sekundärverband, Offloading/Kompression, ggf. NPWT).
Arzt / Evidenz / Studien

Indikationen (Auszug, IFU-konform)

  • Teil- und Vollhautwunden
  • Druckulzera, venöse Ulzera, diabetische Ulzera, chronische vaskuläre Ulzera
  • Unterminierte/ tunnellierte Wunden
  • Chirurgische Wunden (z. B. Spenderstellen/Transplantate, Wunddehiszenz)
  • Traumatische Wunden (z. B. Abschürfungen, Risswunden, 2.-Grad-Verbrennungen, Skin Tears)
  • Drainierende Wunden

Wichtige Hinweise & Kontraindikationen

  • !Nicht anwenden bei bekannter Sensitivität gegenüber ovinen (Schaf-)Materialien.
  • !Nicht indiziert bei Verbrennungen dritten Grades.
  • !Nicht auf Wunden mit unkontrollierter klinischer Infektion, akuter Entzündung, übermäßigem Exsudat oder Blutung applizieren.
  • !Steriles Einmalprodukt: nicht wiederverwenden / nicht re-sterilisieren; nicht verwenden bei beschädigter Verpackung.
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Einordnung im Portfolio: Auch Myriad Matrix™ basiert auf einer intakten EZM aus oviner Vormagenmatrix (nicht rekonstituiertes Kollagen) und ist – wie Endoform® – dafür vorgesehen, Wunden zu bedecken, zu schützen und ein feuchtes Wundmilieu bereitzustellen. Im Gegensatz zu Endoform ist die Myriad Matrix als mehrlagige Matrix für chirurgische Interventionen entwickelt worden, d.h. große Wunden mit freiliegenden Knochen und Sehnen. Myriad baut in kurzer Zeit viel Granulationsgewebe auf und ist deshalb besonders geeignet für die Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurige, Unfallchirurgie und Plastisch- Rekonstruktiver Chirurgie.

Wie wird Endoform® rehydriert? ˅

Die Auflage wird nach dem Platzieren durch Wundexsudat oder sterile Kochsalzlösung benetzt, bis sie weich anliegt.

Wie lässt sich Endoform® in Standard of Care integrieren? ˅

Typisch in Kombination mit geeigneten Sekundärverbänden; je nach Indikation auch mit Kompression, Offloading oder NPWT.

Worauf ist bei der Anwendung besonders zu achten? ˅

Keine Anwendung bei unkontrollierter Infektion/akuter Entzündung, übermäßigem Exsudat oder Blutung; sterile Einmalanwendung.

Wo finde ich verbindliche Details zur Anwendung? ˅

Verbindlich sind die Herstellerinformationen/IFU sowie lokale Standards und ärztliche Anordnungen.

Hinweis: Inhalte dienen der Information und ersetzen keine medizinische Beratung. Anwendung gemäß klinischem Protokoll, Zweckbestimmung/IFU und unter fachlicher Aufsicht.