Myriad™ Soft Tissue Bioscaffold
Myriad™ ist eine mehrlagige Matrix zur Unterstützung der Weichgeweberegeneration bei komplexen, großen Wunden. Myriad ist eine chirurgische Matrix die auf freiliegenden Knochen und Sehnen angewendet wird. Myriad hat das Ziel die Wunde zu verschließen und das fehlende Weichgewebe schnell aufzubauen. Myriad kann für alle chirurgischen Fälle, auch bei Kindern, angewendet werden.
Produktüberblick
Myriad™ ist für anspruchsvolle Weichgewebe-Rekonstruktionen konzipiert, in denen Defektmanagement, Stabilität und rekonstruktive Zielsetzung im Vordergrund stehen. Es unterstützt klinische Abläufe durch ein scaffold-basiertes Versorgungskonzept.
Weichgewebe-Scaffold
Myriad dient als Leitgerüst, neues Granulationsgewebe entsteht. Ideal für die chirurgische Anwendung.
Rekonstruktion & Defekte
Die Matrix wird vom Körper in wenigen Tagen integriert und in körpereigenes Gewebe umgebaut.
OP-Workflow-kompatibel
Unterstützt strukturierte Abläufe in OP und Nachsorge durch klare Schritte und kombinierbare Verbandstrategien.
Typische Einsatzbereiche
Anwendungsbeispiele, in denen ein Weichgewebe-Bioscaffold sinnvoll sein kann (abhängig von Indikation/Protokoll).
- Für alle chirurgischen Rekonstruktionen
- Postoperative Defekt- oder Wundversorgung
- Komplexe Weichgewebesituationen, d.h,. sehr große und tiefe Wunden mit freiliegenden Knochen, Sehnen oder Faszien
- Defektmanagement als Teil eines mehrstufigen Behandlungsplans. Myriad eignet sich auch für schwerbrandverletzte Rekonstruktionen.
Versorgungsziele
Fokus auf Struktur, Stabilität und planbare Versorgung im klinischen Alltag.
- Dauerhafte Struktur die den Defekt verschließt und sich in körpereigenes Gewebe umbaut.
- Integration in chirurgische und postoperative Protokolle
- Unterstützung bei Verband-/Therapieplanung (Sekundärstrategie)
- Begleitung der Weichgeweberegeneration im Verlauf
Workflow im Überblick
Beispielhafter Ablauf zur Orientierung. Die konkrete Anwendung richtet sich nach Indikation, Defektbefund und klinischem Protokoll.
Defekt beurteilen, Therapieziele definieren und geeignete Strategie für OP/Versorgung festlegen.
Wund-/Defektbett vorbereiten, Blutung kontrollieren und Rahmenbedingungen für die Versorgung schaffen.
Myriad muss in das Wundfeld eingenäht werden, zum Umbau der Matrix ist ein dauerhafter Kontakt mit dem Wundgrund notwendig. Die Matrix sollte bei der Anwendung in ein sauberes Wundbett eingebracht werden.
Vor dem Verbinden muss eine Trennschicht (z.B. Wund-Distanzgitter) benutzt werden, um ein Verkleben des Sekundärverbandes mit der Matrix zu vermeiden. Wir empfehlen den Verband alle 5 Tage zu wechseln.
Bilder & Materialien
Platzhalter für Bilder: OP/Teamfoto, Weichgewebe-Kontext, Produktdetail. Fügen Sie hier Ihre realen Assets ein.
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Klinische Fallstudie
Nachfolgend eine übersichtliche Darstellung der bereitgestellten Studie – im gleichen Stil wie die restliche Seite.
Erfolgreiche Behandlung eines schweren Weichgewebeverlusts bei offener Fraktur (Gustilo-Anderson IIIb) mit ovinem Xenograft – Fallbericht
Die Fallstudie beschreibt einen 39-jährigen Patienten mit einer hochkomplexen offenen Tibia-/Fibulafraktur und erheblichem Weichgewebeverlust nach einem Verkehrsunfall. Nach Debridement, Frakturstabilisierung und schrittweiser Rekonstruktion wurde ein ovines Forestomach-Matrix-Produkt als Scaffold eingesetzt. Bereits innerhalb weniger Tage zeigte sich vaskularisiertes Granulationsgewebe; nach zehn Tagen war die Wunde zur definitiven Deckung vorbereitet. Im Verlauf kam es zu vollständiger Epithelisierung und zu einer stabilen, komplikationsfreien Weichgewebeheilung.
Abstract / Kurzfassung
Hintergrund: Offene Frakturen mit ausgedehntem Weichgewebeverlust stellen eine besondere klinische Herausforderung dar. Freiliegender Knochen geht häufig mit Periostschädigung, gestörter Blutversorgung und erhöhtem Infektionsrisiko einher. Klassische Lappenplastiken sind wirksam, aber nicht in jeder Situation ideal oder sofort verfügbar.
Methodik: Dargestellt wird ein Fall einer offenen, comminutiven Fraktur von Tibia und Fibula rechts mit schwerem Weichgewebeverlust und Kontamination nach Verkehrsunfall. Die Rekonstruktion erfolgte stufenweise unter Einsatz von ovinem Forestomach-Matrix-Graft und Partikulat.
Ergebnis: Bis zum 10. postoperativen Tag entwickelte sich robustes Granulationsgewebe. Einen Monat nach operativer Versorgung bestand nach Spalthauttransplantation eine vollständige Epithelisierung. Nach sechs Monaten war das Weichgewebe weiterhin komplikationsfrei und schmerzfrei verheilt.
Schlussfolgerung: Der Fallbericht unterstreicht den Nutzen eines OFM-Scaffolds als Bestandteil der modernen rekonstruktiven Leiter, um eine schnelle Weichgewebedeckung und Regeneration bei offenen Frakturen zu ermöglichen.
Einleitung
Das Management offener Frakturen mit begleitendem Weichgewebeverlust bleibt eine der anspruchsvollsten Aufgaben in der rekonstruktiven und traumatologischen Chirurgie. Solche Verletzungen sind oft Folge hochenergetischer Traumata und mit Periostschädigung, schlechterer Nährstoffversorgung und deutlich erhöhtem Infektionsrisiko verbunden.
Zusätzlich beeinflusst die Wahl der Rekonstruktionsstrategie den gesamten Heilungsverlauf. Lappenplastiken und freie Gewebetransfers sind bewährte Optionen, bringen jedoch mögliche Nachteile wie Spenderstellenmorbidität, technische Komplexität, limitierte Verfügbarkeit und Verzögerungen in der definitiven Deckung mit sich.
Vor diesem Hintergrund beschreibt die Studie den Einsatz eines xenogenen Bioscaffolds aus oviner Forestomach-Matrix als Ergänzung innerhalb der rekonstruktiven Leiter zur Förderung der Geweberegeneration bei einer komplexen offenen Fraktur.
Fallbeschreibung
Ein 39-jähriger Mann wurde mit bilateralen offenen Unterschenkelfrakturen nach einem schweren Verkehrsunfall aufgenommen. Das linke Bein war so schwer verletzt, dass eine Unterschenkelamputation erforderlich wurde. Am rechten Bein lag eine Gustilo-Anderson-IIIb-Fraktur von Tibia und Fibula mit ausgeprägtem Weichgewebeverlust und Kontamination vor.
Am Tag der Aufnahme erfolgten Frakturstabilisierung, anatomische Reposition mit externer Fixation sowie ein scharfes Debridement. Der Weichgewebedefekt maß etwa 25 × 25 cm und zeigte deutliches Undermining. Drei Tage später wurde erneut debridiert, die knöcherne Exposition teilweise mit einem Hemisoleus-Muskellappen gedeckt und OFM-Partikulat in unregelmäßige Defektbereiche eingebracht.
Anschließend wurde ein OFM-Graft in Arealen mit minimaler Knochenabdeckung und Totraum mittels resorbierbarer Nähte fixiert. Der Defekt wurde mit nicht adhärentem Verband und Unterdrucktherapie versorgt. Am 3. postoperativen Tag zeigte sich bereits vaskularisiertes, integrierendes Gewebe innerhalb des Defekts. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte eine zweite Applikation von OFM-Partikulat für zusätzlichen Tiefenausgleich.
Bis zum 10. postoperativen Tag war das Wundbett mit Granulationsgewebe so weit aufgebaut, dass eine definitive Deckung geplant wurde. Am 15. postoperativen Tag erfolgte die Spalthauttransplantation. Eine Woche später zeigte sich eine Transplantataufnahme von etwa 95 %, und nach einem Monat war die Epithelisierung vollständig. Sechs Monate postoperativ blieb das Weichgewebe komplikationsfrei und schmerzfrei verheilt.
Diskussion
Die Autoren betonen, dass offene Frakturen der unteren Extremität wegen Infektionsgefahr, schlechter Heilung und möglicher Amputation besonders kritisch sind. Eine frühzeitige Weichgewebedeckung ist daher entscheidend, um postoperative Komplikationen zu reduzieren und die Frakturheilung zu unterstützen.
Konventionelle Verfahren wie Lappenrekonstruktionen sind effektiv, können aber technisch anspruchsvoll sein und zusätzliche Risiken mitbringen. In diesem Fall wurde OFM als stufenweise Ergänzung zur Lappenplastik eingesetzt, um diejenigen Areale zu versorgen, die durch den Lappen nicht vollständig gedeckt werden konnten.
Die Matrix fungierte als biologisches Scaffold zur Unterstützung von Zellinfiltration, Adhäsion, Migration und Neovaskularisation. Die beobachtete vollständige knöcherne Deckung mit Granulationsgewebe innerhalb von 10 Tagen stimmt mit anderen veröffentlichten klinischen Erfahrungen überein. Nach Ansicht der Autoren kann dieser Ansatz eine weniger invasive und technisch weniger belastende Alternative oder Ergänzung zur freien Lappenrekonstruktion darstellen.
Wichtigste Ergebnisse auf einen Blick
- Massiver Weichgewebedefekt bei offener Gustilo-Anderson-IIIb-Fraktur erfolgreich stufenweise rekonstruiert.
- OFM-Graft und Partikulat wurden gezielt in Bereichen mit unzureichender Knochenabdeckung und Totraum eingesetzt.
- Bereits am 3. postoperativen Tag zeigte sich vaskularisierendes, integrierendes Gewebe.
- Bis Tag 10 war ausreichend robustes Granulationsgewebe für die definitive Deckung vorhanden.
- Nach Spalthauttransplantation kam es zu nahezu vollständiger Transplantataufnahme und kompletter Epithelisierung.
- Nach 6 Monaten bestand eine stabile, schmerzfreie und komplikationsfreie Weichgewebeheilung.
Schlussfolgerung
Die Studie zeigt, dass ein OFM-basiertes Scaffold in einem komplexen offenen Frakturfall eine rasche Weichgewebedeckung und Regeneration unterstützen kann. Im dargestellten Fall konnte ein schwerer Defekt an der unteren Extremität erfolgreich rekonstruiert werden, wobei der Ansatz eine praktikable Ergänzung innerhalb moderner rekonstruktiver Strategien darstellt.
Die Autoren sehen darin eine vielversprechende Option für Situationen, in denen klassische Lappenverfahren nicht optimal, nicht sofort verfügbar oder anatomisch limitiert sind. Weitere Studien sollen klären, welchen Einfluss dieser Ansatz auf Komplikationsraten, Zeit bis zur definitiven Deckung und funktionelle Ergebnisse hat.
Florio T, Klapper A, Dardano AN (2025) Successful Treatment of Severe Soft Tissue Loss in Open Fracture (Gustilo-Anderson IIIb) with Ovine-Derived Xenograft: A Case Report. Trauma Cases Rev 11:114.
Häufige Fragen
Kurz & praxisnah – für spezifische Indikationsfragen beraten wir Sie gern.
Für welche Anwendungen ist Myriad™ gedacht?
MYRIAD kann für alle chirurgischen Anwendungen in der Dermatologie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie und Plastischen Chirurgie genutzt werden, wo große Wunddefekte aufgefüllt und neues Gewebe ersetzt werden muss. Myriad zeichnet sich durch eine schnelle Integration und eine sehr schöne Gewebeneubildung aus. Myriad kann auch für Kinder und Jugendliche eingesetzt werden.
Kann Myriad™ in bestehende Protokolle integriert werden?
Ja, typischerweise erfolgt die Integration in chirurgische Abläufe und Nachsorgeprotokolle, inklusive passender Sekundärstrategien.
Wie sieht die Nachsorge aus?
Der erste Verbandswechsel sollte 5 Tage nach der OP erfolgen. Die Matrix sollte dabei gut mit NaCl hydriert werden, anschließend mit einem Distanzgitter versorgt und mit einem Sekundärverband fixiert werden. In der Regel benötigt Myriad je Lage eine Woche Integrationszeit. Myriad ist ein einer 3-lagigen und 5-lagigen Variante erhältlich.
Wo erhalte ich Unterstützung zur Produktauswahl?
Kontaktieren Sie uns – wir unterstützen bei Indikationsfragen, Protokollintegration und Schulung.
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